World-Inline Cup /Engadin Marathon 2004 St. Moritz    I home I

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch lockte über 3600 Inline-Skater zum World Inline Cup nach St. Moritz. Dies bedeutete gleichzeitig Teilnahmerekord beim legendären Engadin-Marathon. Gleich 20 Starter gingen für das Team des IHC an den Start.   
 

St. Moritz. Es ist Samstag, 14.00 Uhr. Der Renntag. Spannung liegt in der Luft. Um 14.45 Uhr fahren die letzten Shuttle Busse zum Start nach Maloja. Bereits seit fast 2 Stunden befördern die Busse die mehr als 3.600 Inline-Skater an den Start. Im Bitzer Lager herrscht rege Betriebsamkeit. Bereits zum fünften Mal in Folge hat man sich auf dem schönen Campingplatz in St. Moritz einquartiert. Hier die letzten Rollen-Wechsel, Startnummern anbringen, Wasserflaschen füllen. Das Wetter spielt in diesem Jahr mit - Bilderbuchwetter.
 
Foto: Daniel Wagner Foto: Daniel Wagner
 
26 Grad bei Rückenwind - optimale Skatebedingungen, wie es scheint. Noch ein letztes Gruppenfoto, dann geht es im Konvoi zum Shuttle-Gelände nach St. Moritz.  Noch immer stehen fast 500 Teilnehmer in St. Moritz und warten auf die Busse. Dann der erste Kampf um die Plätze. Wir haben Glück, können fast durchweg Sitzplätze im Bus nach Maloja ergattern. Auf der 14 Kilometer langen Fahrt entlang der Seen vom Sils und Silvaplana kann man noch einmal die großartige Landschaft des Oberengadin genießen. In Maloja bietet sich den Neuankömmlingen ein farbenfrohes Bild. Mehr als 3000 Teilnehmer in den roten für den Swiss-Inline-Cup obligaten Shirts, bevölkern den kleinen Ort. Noch 1,5 Stunden bis zum Start. Die Strecke ist bereits für den Verkehr gesperrt. Den unzähligen Bussen und PKW´s, die aus Italien ins Engadin anreisen, bleibt nichts anderes übrig als die 3 Stunden Wartezeit in Kauf zu nehmen. Für motorisierten Verkehr geht im gesamten Engadin an diesem Nachmittag nichts mehr - die Hauptverkehrsader ist lahmgelegt - für Inline-Skater.
 
 
Maloja, 16.45 Uhr. Noch 5 Minuten bis zum Start der Weltelite. Als Teil des World-Inline-Cups ist der Engadin-Marathon Pflichtveranstaltung für die besten Speed-Skater aus aller Welt. Von Italien her nähert sich das Rotorengeräusch des TV-Hubschraubers, der wenige Sekunden später über dem riesigen Teilnehmerfeld steht. Eine letzte gigantische La Ola Welle, dann geht es los. Der Startschuss erlöst die Teilnehmer von allen Anspannungen der letzten Stunden. Block um Block setzt sich in Bewegung. Alle 3 Minuten starten ca. 500-600 Teilnehmer gemeinsam. Die Lizenzfahrer und ambitionierten Skater starten aus vorderen Blöcken, die Fitness-Skater gemeinsam aus hinteren Blöcken. Jetzt heißt es freischaufeln - höchste Konzentration ist geboten. Die kleinste Berührung kann zum Sturz führen. Bereits nach ca. 500 Metern formieren sich die ersten  “Züge”. Windschattenfahren ist angesagt. Die schnellsten sind hier bereits annähernd 50 Kilometer schnell. Am Straßenrand wie jedes Jahr ein fantastisches Publikum. Mit riesigen Kuhglocken und Beifall feuern sie die Skater an. Das beflügelt. Bereits nach ca. 23 Minuten sind die ersten 14 Kilometer bis St. Moritz geschafft. Für die Fun-Skater und unsere Kids ist hier Endstation. Für alle anderen stehen weitere 28 Kilometer auf dem Programm. Dann die schnelle Abfahrt - für die Fitness-Skater ist sie mit Bremsteppichen ausgelegt, die für eine sichere und langsame Fahrt sorgen. Die Schnellsten erreichen hier knapp 90 Stundenkilometer. Nach Kilometer 20 folgt der Anstieg nach Pontresina, ca. 2 Kilometer die in die Beine gehen. Auch hier treiben die zahlreichen Zuschauer die Teilnehmer förmlich den Berg hoch. Bei der Abfahrt dann die Ernüchterung - im unteren Teil des Engadins hat der Wind gedreht. Starker Gegenwind auf den letzten 15 Kilometern fordern die letzten Kraftreserven.
 
 
Über Bever und La Punt geht es dem Ziel in S-chanff entgegen. Nach einer langen kräftezehrenden Geraden taucht der riesige Zielbogen auf.  Als erster bekommt ihn Willi von Au zu Gesicht, der an diesem Tag ein tolles Rennen läuft. Doch dann das Malheur. Kurz vor Überqueren der Ziellinie wird er “abgeschossen” und stürzt schwer. Trotzdem läuft er mit einer Zeit von 1:14,53 einen neuen “Bitzer Rekord” im Engadin. Auch unsere Newcomer Sven Kohnert und Reiner Wehle (Foto o.r.), die in St.Moritz ihren ersten Inline-Marathon fahren, sind begeistert - nicht nur wegen der Zeit - begeistert, vielmehr Teil eines der schönsten Skate-Marathons der Welt gewesen zu sein.  Für sie steht schon jetzt fest - im nächsten Jahr ist man wieder dabei.
 
Im Konvoi Richtung St. Moritz Foto: Daniel Wagner
Foto: Coni Altherr Foto: Daniel Wagner
 
Millimeterentscheidung in S-chanf: Aussenseiter Wouter Hebbrecht (Belgien, rechts) gewinnt überraschend den World Inline Cup Engadin in 54.56,87. Nur um 2 Hunderstel geschlagen, holt sich der Kolumbianer Jorge Botero (links) Silber. Als bester des Bitzer Teams holt sich Willi von Au in einer Siegerzeit von 1.14,53 den 16. Rang  bei der Klasse Speed Mäner AK 50. Amy Reichenberger kommt mit einer Siegerzeit von 37,46 min in der Kids-Klasse (14 km) auf den 14. Platz.
 
 Ergebnisse IHC Bitz:
Männer - Name (42 km)

Zeit

Vorjahr
Willi von Au 1.14,53 1.22.22,09
Markus Reichenberger 1.27.36 1.17.08,22
Joachim Schairer 1.40,56 1.39.44,17
Sven Kohnert 1.43,01 -,-
Reiner Wehle 1.43,09 -,-
Bernhard Knupfer 1.45,58 1.25.17,41
Hans Dreher 2.00,53 1.50.57,36
 
Frauen - Name (42 km)
Marina Knupfer 1.45,59 -,-
Gabi Dreher 1.54.45 1.53.16,37
Alexandra Schulz 2.01,23 1.52.55,40
Ausgeschieden: Sandra Knupfer
 
Schüler männlich - Name (14 km)
Patrick Koch 43.04 41.08
Kevin Stich keine Zeit 30.45,29
Stephen Schuhmacher keine Zeit
Schüler weiblich - Name (14 km)
Amy Reichenberger 37.46 40.04,62

www.ihcbitz.de I Seite aktualisiert Juni 2004