DM Paralell-Slalom in Bitz 2001       I zurück I home I


Bericht Zollern Alb Kurier

INLINE SKATING / Eidgenossen dominieren auch beim Spezial-Slalom in der Hochalbgemeinde   

IHC sammelt Pluspunkte beim Verband

Fahrer, Funktionäre und Zuschauer waren begeistert. Der IHC Bitz hat zweifelsohne Pluspunkte beim ausrichtenden Verband DRIVE gesammelt. Die Rennen in der Hochalbgemeinde sollen auch im kommenden Jahr einen Top-Platz im Veranstaltungskalender bekommen.   

BITZ.
Ob es wohl am Bier gelegen hat, dass Markus Reichenberger vom IHC Bitz nicht auf das Treppchen kam beim Debitel und Mc Donald's Inline Cup 2001? Jedenfalls leerte der IHC-Vorsitzende vor dem ersten Slalomdurchgang ein Weizen und blieb auch prompt am vierten Tor hängen.  Kurz strauchelte er, verlor die Ideallinie und
brauchte mehrere Sekunden, ehe er wieder im Rhythmus durch den Stangenwald raste.  Im zweiten Lauf lief es besser für den Lokalmatador. Trotzdem musste er sich im Endklassement mit Platz fünf und einem Rückstand von 6,45 Sekunden zufrieden geben.  "Bei der eigenen Veranstaltung verteilen wir halt die Preise und räumen sie nicht selbst ab", lachte er entspannt auf dem Weg zur Siegerehrung.   

Auszeichnen konnte er von seinem Verein nur eine Athletin: Die zwölfjährige Marina Knupfer gewann in ihrer Altersklasse die Silbermedaille.  Alle anderen Läufer des Gastgebers verpassten den Sprung aufs Treppchen - am knappsten Stephen Schuhmacher in der Schülerklasse, der auf dem vierten Platz landete.  

Etwas enttäuschend war das Abschneiden von Steffi Reichenberger, die schon so große Erfolge erzielt hatte.  Nachdem sie im Parallelslalom noch in der Spitze hatte mithalten können, belegte sie im wesentlich längeren Slalomparcours nur den fünften Platz in ihrer Altersklasse.  Den Parcours beschrieb sie als äußerst anspruchsvoll.  Oben sei er sehr weit, werde dann eckig, später wieder rund und zum Schluss sei er sehr eng.  "Da ist es schwierig seinen Rhythmus zu finden", meinte sie.  Seine Probleme mit dem Kurs hatte dann auch der zur Zeit renommierteste Rennläufer aus Bitz, Tobias Wöhrle.  Der 22-Jährige blieb im ersten Durchgang an einer Stange hängen, drehte einen Salto und landete unsanft auf dem harten Asphalt der Bergstraße.  Zwar brachte er den Lauf noch zu Ende, zum zweiten Durchgang trat er mit aufgeschürftem Oberschenkel aber nicht mehr an.  

Bis auf wenige Ausnahmen trugen sich die Gewinner aus dem Parallelslalom auch im viel schwieriger ausgeflaggten und längeren Spezialslalom wieder in die Siegerlisten ein.  So dominierten die Schweizer Mitglieder des Teams Salomon keineswegs überraschend in den Altersklassen 14 bis 16.  Schließlich sind sie schon fast Profis, wenn auch eher auf zwei Brettern als auf acht Rollen.  So gehört der 16-jährige Alex Singenberger zur Schweizer Ski-Nationalmannschaft, für die er schon mehrere FIS-Rennen bestritten hat.  Im Inline-Skating sieht er eine ideale Ergänzung zum Skifahren, denn die Bewegung sei die gleiche.  Im Gegensatz zu vielen Hobbyfahrern stürzt er sich ohne Bremsklötze am Schuh, dafür aber mit zwei Stöcken in der Hand in den Stangenwald.  "Eigentlich brauche ich die nicht.  Aber mit Stöcken kann ich besser die Balance halten", erklärt er.  

Der einzige Deutsche, der mit den Schweizern mithalten konnte, war der erst elfjährige Marcel Renner vom SC Mitwitz.  Im Spezialslalom nahm er seinem Konkurrenten Joel Bartolas aus der Schweiz mehr als eine Sekunde ab.  "Eigentlich hätte ich auch im Parallelslalom gewinnen müssen", hadert er mit seinem zweiten Platz.  Sie beide hätten einen Frühstart hingelegt.  Doch während er selbst auf Zuruf angehalten habe, sei Joel weiter gefahren.  "Später haben die Organisatoren gemeint, alles sei regulär gewesen", ärgert er sich.  

Insgesamt haben die Bitzer aber eine perfekte Organisation aufgezogen.  Zwar gab es Zeitverzögerungen, die aber von den Läufern und den rund 2000 begeisterten Zuschauern ohne Murren hingenommen wurden.  Nur über die Streckensprecher regten sich manche auf.  Lautstark kommentierten sie jeden Lauf.  Wer aber in Führung lag und welche Zeit es zu schlagen galt, erfuhr niemand.  Bis zur Siegerehrung wussten zum Teil selbst die Rennläufer nicht, ob sie Edelmetall oder Blech mit nach Hause nehmen würden.  Trotzdem war der Chef des ausrichtenden Verbandes DRIVE, Ulf Kappler (Kirchzarten) mehr als zufrieden: "Der sportliche Wert war gigantisch.  Bisher hat es in Deutschland noch nie ein Rennen mit einem so großen und hervorragenden Teilnehmerfeld gegeben."    

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